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Jinthe: good vibes in de herfst
Stories15. Okt 20264 minimal lesen

Jinthe: Good Vibes im Herbst

Jinthe: „Im Herbst geht es bei einer guten Ausfahrt vor allem um Good Vibes“

Warum frische Luft, Radfreunde und ein heißer Latte für Jinthe einfach zum Radfahren im Herbst dazugehören. Für viele Radfahrer fühlt sich der Herbst wie die Zeit an, in der die Saison langsam zur Ruhe kommt. Für Jinthe beginnt dann gerade eine Phase, auf die sie sich jedes Jahr freut. „Unpopular opinion: Ich liebe die Übergangszeiten.“ Und eigentlich sagt das schon alles. Die Sommerhitze verschwindet, die Luft wird frischer und der Kleiderschrank wird zum kleinen Puzzle. Lange Ärmel liegen neben kurzen Hosen, Thermoschichten kommen wieder zum Vorschein und irgendwo müssten eigentlich auch noch Handschuhe und ein Buff liegen. Wo genau? Das ist jeden Herbst aufs Neue die Frage. Für Jinthe gehört genau das zum Charme der Jahreszeit.

Wenn Iced Latte zu heißer Schokolade wird

Für Jinthe merkt man den Wechsel in den Herbst nicht nur an der Temperatur. Auch alles drumherum verändert sich. Der Iced Latte wird gegen heiße Schokolade mit Zimtschnecke getauscht. Die Fahrradlichter müssen plötzlich wieder geladen werden und sind natürlich genau dann leer, wenn man losfahren möchte. Entlang ihrer festen Intervallstrecke verändert sich die Landschaft fast von Woche zu Woche. Die Bäume färben sich orange, die Blätter wandern von den Ästen auf die Straße und selbst die Enten am Wasser rücken enger zusammen, sobald es kälter wird. „Die Natur verändert sich bei jeder Ausfahrt ein bisschen. Das finde ich wirklich wunderschön. Fast so, als würde man jedes Mal durch ein anderes Malbuch fahren.“ Der wichtigste Grund, warum Jinthe diese Jahreszeit so gerne mag, ist aber eigentlich ganz einfach: die Temperatur. „Mit Hitze komme ich überhaupt nicht gut klar. Gib mir lieber diese frischen Temperaturen, bei denen die Wangen rot werden und der Atem kleine Wolken bildet.“

Kälte bringt Radfahrer näher zusammen

Fragt man Jinthe, was ihre Herbstausfahrten wirklich besonders macht, muss sie nicht lange überlegen: ihre Freunde. Nicht die Geschwindigkeit, nicht die Distanz und auch nicht die eine perfekte Strecke. Sobald es kälter wird, scheint die Gruppe noch enger zusammenzurücken. Manchmal sogar ganz wortwörtlich. Hat jemand unterwegs einen Platten, rückt der Rest zusammen, um warm zu bleiben. Handschuhe werden geteilt und manche nehmen sogar eine zusätzliche Weste mit, falls jemand sie unterwegs braucht. Wird es wirklich zu kalt, schaut die Gruppe einfach kurz bei jemandem zu Hause vorbei, oder sogar bei Oma und Opa, trinkt einen Tee, wärmt sich auf und fährt danach weiter. „Ohne meine Radfreunde hätte ich niemals so viel Spaß auf dem Rad. In der Kälte bringt uns das Radfahren wortwörtlich und im übertragenen Sinn näher zusammen.“ Für Jinthe ist dieses Gemeinschaftsgefühl vielleicht sogar wichtiger als die eigentliche Ausfahrt. Draußen sein, gemeinsam unterwegs sein und dabei möglichst viel reden. Offenbar hilft Quatschen auch gegen die Kälte.

Wenn der Herbst andere Pläne hat

Wer im belgischen Herbst Rad fährt, weiß: Die Wettervorhersage ist manchmal eher ein Vorschlag. Auch Jinthe kennt inzwischen genug Ausfahrten, die ganz anders gelaufen sind als geplant. Der Regen wird stärker als erwartet, plötzlich kommt Wind auf, den niemand bestellt hat, oder die Gruppe kommt mit nasser Kleidung und kalten Händen zurück. Trotzdem endet es fast immer mit einem Lachen „Wenn uns kalt ist, versuchen wir einfach so viel wie möglich zu quatschen. Dann denkt man weniger daran.“ Und manchmal beginnt die Herausforderung schon, bevor überhaupt jemand einen Meter gefahren ist. „Es kam schon vor, dass wir länger mit dem Fertigmachen beschäftigt waren, sprich: versucht haben, unsere Überschuhe anzuziehen, als wir später tatsächlich auf dem Rad saßen.“ Aber auch dann ist die Ausfahrt für Jinthe eigentlich schon gelungen. Sie haben sich gesehen, waren draußen und das zählt. Im Herbst fährt sie außerdem häufiger mit dem Club. Nicht nur, weil gemeinsames Radfahren mehr Spaß macht, sondern auch weil die Bedingungen mehr Aufmerksamkeit verlangen. Nasses Laub, Pfützen und Schlamm machen manche Straßen und Feldwege weniger selbstverständlich. Tempo und Strecke werden angepasst, die Priorität bleibt aber dieselbe: Spaß.

Good Vibes statt Durchschnittsgeschwindigkeit

Wie sieht also die ideale Herbstausfahrt aus? Für Jinthe beginnt sie nicht mit einem Ziel für die Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie beginnt mit den richtigen Leuten, einer schönen Umgebung und gerade genug Kleidung, um komfortabel zu bleiben. Gemeinsam ohne großen Zeitdruck fahren und sich danach in der Lieblingskaffeebar aufwärmen, die inzwischen fast zum zweiten Zuhause geworden ist. „Eine Ausfahrt ist für mich erst dann wirklich gelungen, wenn Good Vibes an erster Stelle stehen.“ Das bedeutet: einen heißen Latte oder eine Suppe bestellen, das GPS ausschalten, ohne noch einmal auf den Schnitt zu schauen, und sitzen bleiben, bis alle wieder warm sind. Nur einen kleinen Nachteil gibt es: Danach muss man noch nach Hause. Sobald man aus der warmen Kaffeebar kommt, fühlt es sich draußen plötzlich viel kälter an, als man es in Erinnerung hatte. Also schnell nach Hause, Rad abstellen und unter die warme Dusche. Oder, wie Jinthe es praktisch löst, das Fahrrad darf manchmal direkt mit Richtung Dusche. Zwei Dinge auf einmal erledigt.

Das Rad bis zum Frühjahr wegstellen?

Jinthe kann den Gedanken gut verstehen. Es gibt Tage, an denen das Sofa deutlich verlockender aussieht als eine kalte Ausfahrt. Und niemand sagt, dass man an jedem verregneten Sonntag draußen sein muss. Aber gerade die Touren, für die sie ein bisschen mehr Überwindung braucht, geben ihr oft die größte Zufriedenheit. „Ich bekomme persönlich viel mehr aus einer Ausfahrt, bei der ich mich ein bisschen durchbeißen musste, als aus einer Runde, die nur deshalb leicht war, weil das Wetter perfekt war.“ Ihr wichtigster Tipp für alle, die das Rad nach dem Sommer am liebsten wegstellen würden? Such dir Gesellschaft. Menschen, die dir schreiben, wenn du eigentlich lieber drinnen bleiben möchtest. Die dich mitnehmen, unterwegs zum Lachen bringen und vielleicht sogar eine zusätzliche Weste für dich dabeihaben. Denn für Jinthe muss eine gute Herbstausfahrt überhaupt nicht perfekt sein. Hauptsache, man war draußen und die Good Vibes haben gestimmt.