Was ziehst du beim Laufen bei welcher Temperatur an?
An einem Tag läufst du noch im T-Shirt, ein paar Tage später fragst du dich, ob du schon eine Jacke oder eine lange Lauftight brauchst. Gerade im Herbst und Winter ist es nicht immer einfach, die richtige Laufbekleidung zu wählen. Eine praktische Faustregel: Zieh dich so an, als wäre es etwa 5 bis 10 Grad wärmer als die tatsächliche Außentemperatur. Beim Laufen wird dein Körper schließlich schnell warm. Trotzdem ist die Temperatur nicht das Einzige, worauf du achten solltest. Wind, Regen, dein Tempo und dein persönliches Wärmeempfinden spielen ebenfalls eine Rolle. Was ziehst du also bei 15 Grad zum Laufen an? Und was bei 5 Grad oder rund um den Gefrierpunkt? Diese Übersicht hilft dir weiter.
Laufbekleidung nach Temperatur
| Über 20°C | Leichtes Laufshirt oder ärmelloses Top + Laufshorts |
| 15 bis 20°C | T-shirt + Laufshorts |
| 10 bis 15°C | T-Shirt oder leichtes Longsleeve + Shorts oder lange Lauftight |
| 5 bis 10°C | Longsleeve + lange Lauftight, eventuell leichte Laufjacke oder Laufweste |
| 0 bis 5°C | Longsleeve + winddichte Laufjacke + lange Lauftight + eventuell Handschuhe und Stirnband |
| Unter 0°C | Mehrere dünne Schichten + winddichte Jacke + warme Lauftight + Handschuhe und Mütze oder Stirnband |
Nutze die Tabelle vor allem als Orientierung. Während manche bei 8 Grad noch problemlos in Shorts laufen, greifen andere längst zur langen Lauftight.
Dave: „Bei etwa 10 Grad wechsle ich meistens auf eine lange Lauftight. Ist es wärmer, laufe ich am liebsten noch in Shorts. Beim Oberkörper liegt meine Grenze etwas höher. Ab ungefähr 15 Grad tausche ich mein T-Shirt in der Regel gegen ein leichtes Longsleeve. Natürlich achte ich auch auf Wind, Regen und die Art des Trainings. Ich schwitze ziemlich viel und merke bei längeren Läufen, dass ich schneller auskühle, sobald meine Kleidung nass ist. Das berücksichtige ich bei meiner Kleiderwahl.“
Laufen bei über 15 Grad
Bei Temperaturen über 15 Grad brauchst du meistens nicht viel. Ein atmungsaktives Laufshirt und Shorts reichen für die meisten Läufer aus. Fühlt es sich beim Loslaufen noch etwas frisch an? Kein Problem. Dein Körper wird während des Laufens schnell warm. Zieh deshalb nicht automatisch eine zusätzliche Schicht an, nur weil sich die ersten Minuten kühl anfühlen. An wirklich warmen Tagen wird vor allem eine gute Belüftung wichtig. Wähle leichte Kleidung, die Feuchtigkeit schnell vom Körper wegtransportiert.
Zwischen 10 und 15 Grad
Für viele sind das ideale Lauftemperaturen. Gleichzeitig ist es genau der Bereich, in dem die Kleiderwahl schwieriger wird. Wenn dir schnell warm wird oder ein intensiveres Training ansteht, kann ein T-Shirt noch völlig ausreichen. Friert du schneller, ist ein leichtes Longsleeve angenehmer. Bei den Beinen gilt dasselbe. Shorts sind durchaus noch möglich, eine dünne lange Lauftight sorgt aber für zusätzliche Wärme. Dave: „Ich finde es gar nicht schlimm, wenn es sich beim Start noch etwas frisch anfühlt. Ganz im Gegenteil. Wenn dir schon vor dem Loslaufen angenehm warm ist, hast du meistens zu viel an. Nach ein paar Minuten bist du auf Temperatur und die anfängliche Kühle fühlt sich schon ganz anders an.“
Zwischen 5 und 10 Grad
Unter 10 Grad wird das Zwiebelprinzip interessanter. Ein Longsleeve und eine lange Lauftight bilden eine gute Basis. Ist es windig oder regnet es leicht? Dann kannst du eine dünne Laufjacke oder Laufweste ergänzen. Vor allem Wind macht einen großen Unterschied. Acht Grad bei Sonne und Windstille fühlen sich ganz anders an als acht Grad mit Regen und kräftigem Wind. Auch dein Training spielt eine Rolle. Bei Intervallen oder Tempoläufen wird dir schneller warm als bei einem lockeren Dauerlauf.
Zwischen 0 und 5 Grad
Rund um den Gefrierpunkt kommt es vor allem auf die richtige Kombination an. Trage zum Beispiel eine atmungsaktive Basisschicht und darüber eine winddichte Laufjacke. Eine lange Lauftight hält deine Beine warm. Dünne Handschuhe oder ein Stirnband können zusätzlich überraschend viel Komfort bringen. Mehr Kleidung ist nicht automatisch besser. Wenn du dich zu warm anziehst, beginnst du schnell zu schwitzen. Mehrere dünne Schichten funktionieren deshalb oft besser als eine einzige sehr dicke Schicht.
Laufen bei Minusgraden
Auch bei Temperaturen unter 0 Grad kannst du draußen laufen, solange die Bedingungen sicher sind und du deine Kleidung entsprechend anpasst. Kombiniere mehrere dünne Schichten und schütze vor allem Hände, Ohren und Oberkörper. Eine funktionelle Basisschicht, ein Longsleeve, eine winddichte Jacke, eine warme Lauftight und Handschuhe sind eine gute Kombination. Achte außerdem auf Glätte, Wind und Niederschlag. Manchmal ist es sinnvoller, Route, Trainingszeit oder Einheit anzupassen, anstatt einfach noch eine zusätzliche Schicht anzuziehen.
Wind und Regen? Schau nicht nur auf die Temperatur
Zehn Grad fühlen sich nicht immer gleich an. Bei Sonne und wenig Wind kann es angenehm mild sein. Mit Regen und kräftigem Wind kann dieselbe Temperatur plötzlich deutlich kälter wirken. Schau deshalb vor dem Lauf nicht nur auf die Temperatur, sondern auch auf die gefühlte Temperatur, den Wind und die Regenwahrscheinlichkeit. Und denk daran: Jeder Läufer ist anders. Nutze die Temperaturen in diesem Artikel als Orientierung und finde mit der Zeit heraus, was sich für dich am besten anfühlt. Wie Dave es zusammenfasst: „Bei guter Laufbekleidung geht es für mich vor allem um Komfort. Wenn ich während des Laufens gar nicht mehr darüber nachdenke, was ich anhabe, weiß ich, dass es passt.“ Dann kannst du dich auf das konzentrieren, worum es am Ende wirklich geht: einfach laufen und die Zeit draußen genießen.
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