Radfahren im Regen: So bist du rain ready unterwegs
Du schaust nach draußen. Grauer Himmel, nasse Straßen und die ersten Tropfen am Fenster. Nicht gerade der Moment, in dem man automatisch nach den Radschuhen greift. Trotzdem muss ein bisschen Regen deine Ausfahrt nicht direkt aus dem Kalender streichen. Gerade im Herbst gehören nasse Straßen einfach dazu. Und wenn wir ehrlich sind: Nach einer Regenfahrt wieder trocken zu Hause anzukommen, fühlt sich ziemlich gut an. Mit der richtigen Vorbereitung bleibst du komfortabel unterwegs, hast mehr Kontrolle auf der Straße und kannst dich auf das konzentrieren, weshalb du überhaupt aufs Rad gestiegen bist: die Fahrt genießen.
Nimm immer eine zusätzliche Schicht mit
Herbstwetter kann schnell umschlagen. Du startest bei trockenen Bedingungen und eine Stunde später zieht plötzlich ein Schauer über deine Route. Eine leichte, klein verstaubare Regenjacke ist deshalb eine praktische Schicht für die Trikottasche. Sie sollte Regen und Wind abhalten, aber so kompakt sein, dass du sie problemlos verstauen kannst, wenn du sie gerade nicht brauchst. Auch die Atmungsaktivität ist wichtig. Regen draußen halten ist gut. Wenn du innen komplett nass schwitzt, bringt dir das allerdings wenig. Kurz gesagt: Lieber umsonst mitgenommen als genau dann zu Hause gelassen, wenn du sie brauchst.
Halt deine Füße möglichst glücklich
Wer schon einmal mit komplett durchnässten Socken noch 40 Kilometer nach Hause fahren musste, weiß: Bei Regen können besonders die Füße eine Tour ziemlich lang machen. Überschuhe helfen dabei, Radschuhe und Füße vor Regen, Spritzwasser und kaltem Wind zu schützen. Gerade wenn die Temperaturen sinken, macht das beim Komfort einen deutlichen Unterschied. Bei kühleren, nassen Ausfahrten sind auch Handschuhe angenehm. Wärmere Hände sorgen außerdem dafür, dass du Lenker und Bremsen besser im Griff behältst. Du musst also nicht von Kopf bis Fuß wasserdicht verpackt sein. Schütze vor allem die Stellen, an denen Nässe dir den Spaß am schnellsten nimmt.
Nasse Straße? Etwas früher bremsen
Regen verändert nicht nur deine Kleiderwahl. Auch dein Rad fühlt sich anders an. Auf nassem Asphalt hast du weniger Grip. Fahrbahnmarkierungen, Gullideckel und nasses Laub können ebenfalls überraschend rutschig werden. Bremse deshalb etwas früher und gleichmäßig und geh etwas ruhiger in Kurven als an einem trockenen Sommertag. Auch durch Pfützen solltest du nicht blind hindurchfahren. Sie sind manchmal tiefer, als sie aussehen, und was darunter liegt, bleibt besser eine Überraschung. Also: nicht verkrampft fahren, einfach etwas weiter vorausdenken. Etwas früher bremsen. Etwas ruhiger durch die Kurve. Danach einfach wieder weiterfahren.
Schau nicht nur auf das Regensymbol in deiner Wetter-App
Regen bei 15 Grad fühlt sich ganz anders an als Regen bei 6 Grad mit Gegenwind. Schau deshalb vor der Abfahrt auch auf Temperatur und Wind. An einem milden Herbsttag reicht vielleicht eine dünne Regenschicht. Wird es kälter, möchtest du darunter eventuell eine wärmere Schicht tragen. Dann werden auch Handschuhe und Überschuhe plötzlich deutlich interessanter. Und wenn deine Tour trocken beginnt? Pack die zusätzliche Schicht trotzdem ein. Denn fast jeder Radfahrer hat schon einmal gedacht: Ich glaube, es bleibt trocken. Meistens kurz bevor es nicht trocken blieb.
Gib deinem Rad nach der Tour fünf Minuten
Nach einer nassen Ausfahrt möchtest du wahrscheinlich vor allem duschen und etwas Warmes trinken. Verständlich. Bevor du dein Rad wegstellst, lohnt sich aber ein kurzer Blick darauf. Wasser, Sand und Schmutz bleiben an Rahmen, Kette und Antrieb hängen. Wisch den gröbsten Dreck ab, trockne dein Rad bei Bedarf und prüfe, ob die Kette neues Schmiermittel braucht. Das muss keine große Putzaktion werden. Fünf Minuten jetzt bedeuten vor allem, dass du bei der nächsten Ausfahrt einfach wieder losfahren kannst. Und danach ist die warme Dusche definitiv verdient.
Regen verändert die Tour. Nicht den Grund, warum du fährst.
Seien wir ehrlich. Wenn wir zwischen blauem Himmel und Dauerregen wählen dürften, wäre die Entscheidung wahrscheinlich schnell gefallen. Aber nicht jede gute Ausfahrt beginnt bei perfektem Wetter. Manchmal bleiben gerade die Touren im Kopf, bei denen du an der Haustür noch kurz gezögert hast. Leere Straßen, frische Luft, Spritzer an den Beinen und dieses extra gute Gefühl, wenn du wieder zu Hause bist. Also: Ist Regen angesagt, zieh dich passend an, pack eine zusätzliche Schicht in die Trikottasche und gib dir etwas mehr Raum auf der Straße. Du musst Regen nicht lieben. Aber du kannst trotzdem eine richtig gute Ausfahrt haben.








